2021: Reisebericht Lauf um die Welt

1. Etappe 669 km

Wir schaffen es pünktlich am Montag 08.02.2021 bei minus 3 Grad Richtung Süden zu starten. Der Winter hat Deutschland fest im Griff, und so erreichen wir das Schloss Neuschwanstein in Bayern bei Temperaturen von minus 13 Grad. Sonne und Schnee, so sehen wir das Schloss trotz der Kälte von seiner schönsten Seite. Ein kleiner Stadtbummel führt uns durch die idyllische Altstadt von Füssen. Bevor es dann Richtung Süden weitergeht machen wir noch ein Abstecher zum Lechfall, dessen Wassermassen sich 12 Meter in die Tiefe der Lechschlucht stürzen. Weiter führt uns der Weg über den Brenner nach Südtirol bis kurz hinter Bozen (Bolzano). Landschaftlich ist es hier in der Bergwelt zwar wunderschön, aber die Temperaturen von minus 3 Grad sind einfach zu kalt und wir sollten schleunigst weiter in wärmere Gefilde wandern.

Reisebericht 2. Etappe 883 km

Nach einer eisig kalten Nacht führt uns der Weg durch das italienische Alpenvorland in die Lagunenstadt Venedig. Bei unserer Ankunft ist es noch grau und trüb, doch im Laufe des Tages gibt es Sonne pur bei 10 Grad. Highlight neben den Sehenswürdigkeiten wie Markusplatz, Markusdom, Seufzerbrücke, Dogenpalast u.a. ist natürlich die Gondelfahrt durch den 4 km langen Kanal Grande. Noch ein bisschen entspannen an der Lagune de Venedig, dann müssen wir weiter. Wir folgen weiter der Adriaküste über die Badeorte Rimini, San Marino, Ancona und gönnen uns in Pescara unsere erste italienische Pizza. Termoli nehmen wir noch mit, sparen uns aber den Gargano aus, weil er nicht direkt auf unserer Route liegt. In Bari überbrücken wir die Wartezeit vor der Überfahrt mit der Fähre am Strand bei sonnigen 15 Grad mit italienischem Eis.

Reisebericht 3. Etappe 790 km

Bei Sonnenschein und Tageshöchsttemperaturen bis 20 Grad genießen wir die Überfahrt mit der Fähre von Bari in Italien nach Durres, eine der wichtigsten Hafen- und Handelsstädte Albaniens. Zuerst strömen wir in die Wechselstube, damit wir einen Teil unserer Euros in Albanische Lek tauschen und im Archäologischen Museum aus dem 3. Jahrhundert vor Christus gleich wieder ausgeben können. Weiter führt uns der Weg entlang der albanischen Küste bis zur ganz im Süden gelegenen Küstenstadt Saranda. Nach kurzem Zwischenstopp mit Blick auf die Insel Korfu geht’s mit großen Schritten weiter Richtung Griechenland. Die Grenze überqueren wir in einem winzigen Ort namens Kakavija. Mit dem Ziel schnell nach Athen zu kommen passieren wir die Inlandsroute im Eilschritt, der jedoch bei der Überquerung des 1.425 m hohen Pindos Gebirges stark gebremst wird. Als wir endlich erschöpft, zufrieden und hungrig Athen erreichen, können wir uns nur schwer entscheiden welche griechische Spezialität die beste ist und so begeben wir uns mit Gyros, Moussaka und Souvlaki bewaffnet an den Strand, genießen das Essen und die Sonne, während ein leichter Wind kleine Wellen auf den Sand spült.                                                                   

In Athen ist der Aufenthalt ein bisschen länger geplant, so dass wir uns die Akropolis, die Stadtfestung des antiken Griechenlands, den großen, der Stadtgöttin geweihten Burgberg im Herzen Athens, der auch als Wohnsitz der Götter bezeichnet wird in Ruhe ansehen können. Inmitten dieser Stadtfestung, umgeben von verschiedenen Bauwerken aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, steht der Haupttempel, der große, als Pantheon bekannte Athena-Tempel. Im Nationalgarden, dem ehemaligen königliche Garten, mit seiner beeindruckenden Pflanzen- und Blumenvielfalt, dem botansichen Museum und dem Attischen Zoologischen Park mit ca. 2.000 Tieren aus 400 Arten können wir so richtig entspannen und die Seele baumeln lassen bis zur nächsten Überfahrt.

Reisebericht 4. Etappe 994 km (gesamt 3.336 km)

Weiter geht es auf unserer Reise auf dem Seeweg durch die Ägäis entlang der griechischen Inselgruppe der Kykladen mit den Inseln Tinos, Mikonos, Ilkaria und Samos. Während die Insel Tinos, die von Bergen durchzogen, ein bedeutender Wallfahrtsort für die Griechen ist, ist Mikonos die von Touristen meist besuchte griechische Insel. Die Insel Ilkari wird auch die „Insel der Hundertjährigen“ genannt, weil die Menschen hier älter werden als anderswo, während Samos mit bergischen Landschaften, traumhaften Küstenabschnitten, Weinbergen und Olivenhainen als Sonneninsel Griechenlands bezeichnet wird. Bei Temperaturen um 15 Grad und Sonne pur erreichen wir nach der beeindruckenden Überfahrt den Hafen von Kusadasi in der Türkei. Auch hier benötigen wir wieder Geld in türkischer Währung der türkischen Lira, bevor wir unsere Wanderung entlang der Küste vorbei an wunderschön bewaldeten Felsküsten mit einsamen kleinen Buchten und dem türkisblauen Meer fortsetzten. In der Küstenstadt Marmaris, die in einer geschützten Bucht liegt, der als natürlicher Hafen fungiert, machen wir eine ausgiebige Pause am wunderschönen feinen Kiesstrand. Dem feinen Duft von gebratenem Fisch, gegrillten Hähnchenstücken am Spieß und vielen anderen Leckereien lässt uns keine Ruhe und so probieren wir uns durch die türkischen Spezialitäten, die in Strandnähe verkauft werden. Auch türkisches Eis gehört dazu, allerdings nicht ohne eine entsprechende Showeinlage des Eisverkäufers. Wir verlassen den Strand und wandern durchs Landesinnere weiter bis Antalya, eine der größten und schönsten auf einem Felsplateau über dem Meer liegenden Küstenstädte der Türkei. Während man im Taurusgebirge noch mit Skiern unterwegs ist, kann man in Antalya bereits am Strand relaxen und besonders mutige schwimmen auch schon im azurblauen Meer. Auf unserem weiteren Weg die Küste entlang können wir schemenhaft die Insel Zypern erkennen und erreichen schließlich Mersin, einen weniger überlaufener Küstenort mit langem Strand, der den Abschluss dieser Etappe bildet.

Reisebericht 5. Etappe 993 km (gesamt 4.329 km)

Einen Katzensprung von Mersin entfernt, gerade einmal 66 Kilometer, erreichen wir bereits die nächste türkische Millionenstadt. Um von einem Ende der Stadt zum anderen zu gelangen, müssen wir den Seyhan Fluss überqueren, der die Adana in zwei Teile teilt. Heutzutage können wir uns aussuchen welche Brücke wir nehmen möchten, zu Gründungszeiten von Adana war die unter Kaiser Hadrian erbaute Steinbrücke der einzige Weg auf die andere Stadtseite. Sie gilt heute als eine der zwei ältesten noch genutzten Brücken der Welt und natürlich wählen auch wir diesen historischen Pfad.

Nach einer anstrengenden Überquerung des Amanus Gebirges und der Grenzüberquerung nach Syrien durchqueren wir den kleinen Teil Syriens, der landwirtschaftlich nutzbar ist, bevor wir weit durch die Wüste ziehen. Tagelang nichts als Wüste, Olivenhaine und Feigenbäume. Die wenigen kleinen kleine Städte, eher Siedlungen, bieten die einzige Abwechslung. Jede noch so kleine Fläche versucht man der Wüste zu entziehen und landwirtschaftlich zu nutzen.

Bald erreichen wir diealtägyptische Stadt Aleppo, wo wir uns als erstes das Wartzeichen der Stadt,die mittelalterliche Zitadelle mit dem Tempel des Wettergottes von Aleppoanschauen, dann allerdings zügig in Richtung des Assad Sees weiterwandern.

Die wenigen Tage durch reine Wüste haben uns gereicht, weshalb wir uns entschließen unsere Route entlang des fruchtbaren Flusses, dem Euphrat, fortzusetzen, der tatsächlich so exakt auf unserer Route liegt, dass wir ihm knapp 800 Kilometer bis kurz vor Bagdad folgen können, 400 km davon noch in Syrien, die restlichen 400 km im Irak.

Entlang des Flusses mitseinem kostbaren Süßwasser wird die Wüstenlandschaft für den Anbau vonBaumwolle und Getreide nutzbar und bietet normalerweise ein schönes grünes Bild.Allerdings müssen wir ein paar Abstriche machen, da wir uns mitten in derTrockenzeit, die von Dezember bis März andauert, befinden. Zurzeit führt derFluss an manchen Stellen gerade einmal 60 Zentimeter Wasser und ist somit sogarfür die zahlreichen Flöße, die sich auf dem wenigen vorhandenen Wasser tummeln,nur schwierig schiffbar.

Leider schaffen wir es diese Woche auf Grund der klimatischen Gegebenheiten nicht bis Bagdad und müssen daher circa 150 Kilometer vor Bagdad in der kleinen Oasenstadt Hit direkt am Euphrat unsere Etappe beenden.

Reisebericht Etappe 932 km (gesamt 5.261 km)

Nach dem ungewohntenAbenteuer der Oasenübernachtung geht die Wanderung weiter bis Bagdad, derirakischen Hauptstadt. Auf der westlichen Seite des Tigris befindet sich dasmoderne Stadtzentrum, Karch, dass durch mehrere Brücken mit dem historischenStadtzentrum Rusafah verbunden ist.

Während im Karch hoheWohngebäude, die meisten Ministerien und der Hauptbahnhof zu finden sind, befindensich in Rusafah die bekannten Moscheen, Grabstätten und drei der sechsirakischen Universitäten.

Eine kleine Rast, dann führtuns der Weg entlang der antiken Ruinen Babylon und Kis bis zur Stadt Dewanyha,die als fruchtbarste Gegend in Irak gilt, weil das gesamte Umland vom Euphratbewässert wird. Feuchtgebiete, Ackerland und Halbwüsten wechseln sich ab undbilden gute Bedingungen für eine große Vogelartenvielfalt. Nach den tagelangenkargen Wüstenlandschaften empfinden wir das üppige Grün, die Farben undVogelstimmen wie ein kleines Wunder und wollen uns gar nicht so recht von hiertrennen. Trotzdem müssen wir weiter und bestaunen nur wenige km entfernt inSamawa die größte Wasseraufbereitungsanlage im Irak. Ansonsten hat die Stadtallerdings nicht viel zu bieten, weshalb wir unseren Weg schnell wiederfortsetzen.

Die Stadt Basra, die einsteine Prachtstadt war und sich im Laufe der Jahre zu der dreckigsten undkriminellsten Stadt des Iraks entwickelt hat, lassen wir links liegen undwandern weiter über Kuwait Stadt, die in Vorderasien auf der ArabischenHalbinsel eingerahmt vom Irak, Saudi-Arabien und dem Persischen Golf liegt.

Auch hier halten wir uns nicht lange auf; vielmehr beeilen wir uns, um nach Khfji beach zu gelangen, wo wir unsere Etappe in einem super Hotel direkt am Strand beenden, unseren müden Füssen die verdiente Pause gönnen, uns entspannen und mal richtig verwöhnen lassen.

Reisebericht Etappe 480 km (gesamt 5.741 km)

Wir nutzen die kühlenMorgenstunden um unseren Weg fortzusetzten, der größtenteils entlang demHighway durch Wüstengebiete führt und freuen uns, dass wir nach einer gefühltenEwigkeit wieder das Meer und Vegetation sehen. Die Stadt Dammam, war einst einkleines Fischerdorf und hat sich mittlerweile wegen des Erdölvorkommens zueinem der größten Städte Saudi Arabiens entwickelt.

Neben Industrie bietet dieStadt eine 11 km lange Grünzone, das Hang-Ufer, das bis zu den Tarot-Inseln zumFlanieren einlädt. Für uns noch viel interessanter ist der riesige Basar, mitseinen verschiedenen Gerüchen und Geräuschen.

Nach dem langen Weg durch dieWüste geht’s weiter über den 25 km langen King Fahd Causeway, eine kombinierteBrücken- und Dammverbindung zwischen Saudi-Arabien und Bahrain bis zur modernenund lebendigen Metropole Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain.

Während die Altstadt miteinem Gewirr aus Gassen und traditionellen Handelsgeschäften anmutet, fühlt mansich nur wenige Meter weiter im Finanzdistrikt, mit einer Skyline ausWolkenkratzern wie in einer anderen Welt. Hier muss jetzt eine kleine Änderungher, denn der Landweg, den wir eigentlich nehmen wollen, ist nicht begehbar.Eine Fährverbindung gibt es ebenfalls nicht, so dass wir uns auf die Suche nacheinem Boot begeben, um unsere Reise doch noch fortzusetzen.

Nach mehreren Versuchen, mitHänden und Füssen verständigend, finden wir endlich einen Fischer, der uns die30 km lange Strecke nach Ar Ruwais schippert. Obwohl das Wetter gut und die Seeruhig ist, fühlen wir uns auf dem Boot wie in einer Nussschale und sind froh,als wir endlich das sichere Ufer erreichen. 

Ar Ruwais ist eine Kleinstadtin Katar, die 1 m über dem Meeresspiegel liegt, mit Industrie, Grünanlagen undschönen Stränden. Das Wahrzeichen der Stadt sind drei blaue, pilzförmige 30 mhohe Wasserspeicher, ansonsten hat das Städtchen nicht viel zu bieten, weshalbwir uns zur ehemals dünn besiedelten Stadt der Perlentaucher nach Doha begeben.

Mittlerweile gibt es keine Perlentaucher mehr und aus der Stadt ist eine Metropole geworden. Mitten durch den Basar, der Souq Waqif führt unser Weg. Es duftet nach Rosen, Tee, Koriander und Kardamon, obwohl es bereits Abend ist. Verkauft wird alles, von ganz normalen Alltagsgegenständen über Gewürze, Bekleidung bis zu teuren Araber-Pferden. Überall hört man das Stimmengewirr der Händler und in kleinen schummrigen Ladenlokalen gibt es so manche Überraschung. Hier in Doha beginnt das Leben wegen den hohen Temperaturen, die uns auch ganz schön zu schaffen machen, erst am Abend. Die Stadt, die Promenade mit den palmengesäumten Grünstreifen und Wasserspielen und die beleuchtete Skyline ist eine Welt für sich, die wir noch ein wenig länger genießen können, weil unsere Etappe hier erst einmal endet.

Reisebericht 8.  Etappe 1.097 km (gesamt 6.838 km)

Als wir im Hotel nach einer geeigneten Wanderroute nach Abu Dhabi fragen, stoßen wir auf völliges Unverständnis. Man fliegt oder fährt mit dem Schnellzug. Zu Fuß geht es nur entlang der einzigen Autostraße weiter. Wir haben also keine Wahl. Mit Sack und Pack machen wir uns entlang der Autostraße auf den Weg. Zum Glück ist die Straße nicht sonderlich stark befahren, so dass wir recht zügig vorankommen. Urlaubsfeeling ist dabei allerdings Fehlanzeige. Umso mehr freuen wir uns als endlich die Stadt Abu Dhabi in weiter Ferne vor uns sichtbar wird. 

Obwohl wir eigentlich schon genug Sand auf dem Weg hatten, genießen wir doch die wunderschön angelegte Promenade entlang des arabischen Golfs, die sogenannte „Corniche“, die uns mit ihrem feinen weißen Sand und dem kristallklaren Wasser zum Baden einlädt mit Blick auf die beeindruckende Skyline von Abu Dhabi. Die vielen Sehenswürdigkeiten von Abu Dhabi sind ziemlich weit verteilt, so dass wir uns für den offenen Bus entscheiden, der allein schon Abenteuercharakter bietet. Einiges sehen wir uns nur vom Bus aus an, aber die große Mosche und die Heritage Village, in der man die Traditionen der Beduinen erkunden kann, müssen wir selbst in Augenschein nehmen.

Und ein abendlicher Bummelüber die Märkte und den Corniche lassen wir uns auch nicht entgehen.

Als nächstes steht das bevölkerungsreichsteEmirat der Vereinigten Arabischen Emirate auf unserem Programm. Während dieoffizielle Sprache Arabisch ist, ist Englisch als Alltagssprache sehr weitverbreitet, was das Leben in dieser ausgeprägt multikulturellen Gesellschaftund unseres deutlich erleichtert.

Dubai ist besonders bekannt durch seine ehrgeizigen Bauprojekte, die sich in Form und Höhe überbieten, hier vor allem das Wahrzeichen der Stadt, der 321 m hohe Burj al Arab in Form eines Segels, mit „sieben Sternen“, eines der luxuriösesten Hotels der Welt. Vor der Küste der Stadt werden immer weitere große künstliche Inseln für Luxusvillen und Yachthäfen aufgeschüttet.

Mittelpunkt des Stadtzentrumsist Downtown Dubai mit der Dubai Mall, einem der größten Einkaufszentren derWelt. Während dieser Luxus viele Touristen aus der ganzen Welt anlockt, fühlenwir uns hier etwas fehl am Platz und so fällt uns der Abschied nicht so schwer.

Morgens um 6 Uhr starten wir, um die kühleren Morgen- und Abendstunden fürs Wandern zu nutzen. Die Mittagsstunden verbringen wir, wenn möglich, im Schatten unter Bäumen oder am Strand. Doch heute ist uns wenig Schatten vergönnt, während wir mühsam die Höhen des Hadschar-Gebirges erklimmen. Viel zu kleine Wolken verdecken nur selten die warme Sonne. Erschöpft und durstig erreichen wir schließlich Omans moderne Hauptstadt „Maskat, die in einer Bucht, eingerahmt vom Hadschar-Gebirge liegt. Ein paar Schritte in den Stadtkern und wir sind begeistert. Eine Stadt mit einem Mix aus Tradition und Moderne. Während das mediterrane Erscheinungsbild überwiegt, liegt noch ein Hauch von Orient in der Luft.

Die Sehenswürdigkeiten verschieben wir auf den nächsten Tag.

Moderne Bauten und abwechslungsreiche Architektur bieten sanfte Kontraste zu Palastbauten, Moscheen und Wohngebieten, deren Häuser weiß erstrahlen­; umgeben von schroffen Felsen, Meer und Sand. Besonders begeistert sind wir vom Hafen im Zentrum, der durch das Hafentor direkt an die reizvolle Corniche von Maskat führt und in Alt-Maskat endet. Unterwegs bestaunen wir Sehenswürdigkeiten, wie das Mutrah Fort, die Spähkugel und einige Moscheen.

Während die einen in einem kleinen Cafe verweilen und entspannen, fangen andere das orientalische Marktflair auf dem Souk in Muttrah ein.

Etappe 780 km (gesamt 7.618 km)

Fährverbindungen nach Indiengibt es leider nicht und so müssen wir ein Schiff buchen, dass uns sicher überdas arabische Meer nach Mumbai schippert. Wir haben Glück; das Schiff istschnell gebucht, die Sonne meint es gut mit uns und versteckt sich immer malwieder hinter kleinen Wolken, dazu eine leichte Brise. So lässt sich dieÜberfahrt genießen.

Doch Ruhe und Entspannung istmit der Ankunft in Mumbai, der 5. größten Stadt Indiens vorbei. Hier ist dasLeben in vollem Gange und die vielen Eindrücke drohen uns fast zu erschlagen.

Mumbai ist unglaublichlebendig und unglaublich gegensätzlich. Während in einem Teil der Stadt altekoloniale Gebäude, Tempel, schöne Strandpromenaden, Bars, Cafes, einorientalischer Markt und drei große Seen, zwei davon im Sanjay GandhiNationalpark gelegen, zum Verweilen einladen, zeigt ein anderer Teil der Stadt einganz anderes Gesicht, die Slums. Dreck, Gestank, Abwasser in den Straßen, Armutund Kinder, die betteln oder abgemagert auf Müllhalden spielen, soweit das Augereicht.

Am liebsten wollen wirweglaufen und dieses Elend nicht sehen, doch die traurigen Kinderaugen bleibenuns auch auf unserer weiteren Reise noch lange in Erinnerung.

Unsere Reiseroute führt unsweg vom Meer, quer durch Indien und die Temperatur steigt bis knapp an die 40Grad. Da kommt uns die Kühle in den Höhlen- und Felsentempeln von Ellora geraderecht. Der Komplex aus 34 buddhistischen, hinduistischen und jainistischenHöhlentempeln zählt sei 1983 zum Weltkulturerbe und ist ein touristischer Magnet.Im weiteren Verlauf unserer Reise spielt die Landwirtschaft eine immer größereRolle, was unschwer an den riesigen landwirtschaftlichen Flächen erkennbar ist.Die Bevölkerung der Kleinstadt Amaravati, die auf unserem Weg liegt, lebtüberwiegend von der Landwirtschaft und vom alten Handwerk.

Schon weit vor der StadtNagpur, die im geografischen Mittel Indiens liegt, wandern wir vorbei anCitrusplantagen, soweit das Auge reicht. Nicht nur die meisten, sondern auchdie süßesten Orangen sollen hier wachsen, was wir natürlich direkt einem Testunterziehen müssen. Wir können nur bestätigen: dieser Ort hat den Namen „OrangeCity“ verdient.

Eine der Sehenswürdigkeitender Stadt ist Deekshabhoomi, die größte hohle buddhistische Stulpa der Welt.Wir sind froh, dass wir nicht zum Pilgerfest am 14. Oktober hier sind, denndann strömen tausende Pilger in diese Stadt.

Mit der Ankunft in Napur haben wir unser Etappenziel erreicht, genießen die Wanderpause und nutzen die Zeit, uns im Tigerreservat Tadoba-Andhari und dem Umred Karhandla Wildlife Sanctuary, die in der Freiheit der Nationalparks lebenden wilden Tiere bei einer Art Safaritour zu beobachten.